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DIE LINKE fordert: Schluss mit dem Stadtteilschul-Bashing

Bislang hat die Schulbehörde die Kermit-Ergebnisse der einzelnen Schulen nicht öffentlich gemacht. Nun ist sie in der Beantwortung einer Anfrage der FDP-Fraktion von dieser politisch wie pädagogisch sinnvollen Linie abgewichen. „Ich bedauere das sehr, weil Kermit zur internen Schul- und Unterrichtsentwicklung beitragen soll und nicht zu einem schädlichen Ranking der einzelnen Schulen und vor allem Schulformen untereinander“, kritisiert Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Die Ergebnisse an sich können auch niemanden überraschen. Ihre Ausschlachtung jetzt dient lediglich als weiterer Sargnagel für die Stadtteilschulen.“ Wenn Schulsenator Rabe wirklich die wichtige Rolle und gute Arbeit der Stadtteilschulen schätze, dürfe er nicht zulassen, dass das Versagen des Zwei-Säulen-Modells regelmäßig negative Folgen nur für die Stadtteilschulen habe.

„Denn nichts anderes bringt nun die Veröffentlichung der Kermit-Ergebnisse: In der Kritik steht wieder einmal die Arbeit der Stadtteilschul-Kollegien, obwohl sie bestmögliche Ergebnisse, wie eine hohe Übertrittsquote in die Oberstufe, für viele ihnen anvertrauten Schüler_innen erreichen – und das trotzt schwerster Bedingungen und einer eklatanten Unterversorgung“, so Boeddinghaus. „Nicht diese Schulform hat versagt, sondern das politisch gewollte Konstrukt aus Stadtteilschulen und Gymnasien, die mit diametral entgegenstehenden Ausgangsbedingungen in einen unfairen Wettbewerb geführt werden.“

Die Schulleitungen haben bereits die Unmöglichkeit verdeutlicht, von einer bereits sozial ausgelesenen Schülerschaft zu erwarten, dass sie zusätzlich den Löwenanteil der inklusiven Bildung schultert. „Deshalb ist das politische wie mediale Entsetzen über die gegenüber Gymnasien schlechteren Ergebnisse scheinheilig“, erklärt Boeddinghaus. „Zumal die Wortführer_innen genau wissen, dass die Lösung nicht allein bei den Stadtteilschulen liegen kann, nämlich die soziale Schieflage zwischen Stadtteilschulen und Gymnasien auszugleichen. Auch die Gymnasien müssen endlich in die Pflicht genommen werden und sich an der Inklusion maßgeblich mitbeteiligen.“

Die Fraktion DIE LINKE wird deshalb ihren Antrag auf Änderung des Schulgesetzes erneuern. Ziel ist, dass Gymnasien nach Klasse 6 nicht mehr abschulen dürfen und auch Schüler_innen mit so genanntem sonderpädagogischen Förderbedarf vermehrt aufnehmen müssen. Denn die Schulleitungen der Stadtteilschulen sind zu Recht überzeugt, „dass die Herausforderungen in unserer Stadt, eine moderne, vielfältige Gesellschaft zu leben, die sozial, demokratisch, gerecht und chancenreich ist, mit der einen Schule für alle Schülerinnen und Schüler bewältigt werden kann“, wie es in ihrem Brief heißt. „Die Schulleitungen können versichert sein, dass DIE LINKE dabei an ihrer Seite steht“, so Boeddinghaus.

Redaktion

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